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Den „War of Talents“ beherrschen
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Human Research

Den „War of Talents“ beherrschen

Der vielzitierte Fachkräftemangel bedeutet heute für das Recruiting, sich Gedanken zu machen, was einen Bewerber dazu bewegen könnte, sich beruflich zu verändern und für „mein“ Unternehmen zu interessieren. Ein Aspekt, der zu oft übersehen wird.

Wenn wir auf unsere vielen Bewerberkontakte der letzten Jahre zurückblicken, gibt es eine Reihe von Gründen, die die Bewerber bewegt haben, um über einen Arbeitsplatzwechsel nachzudenken. Hier sind die Aussagen, die wir in täglichen Gesprächen mit Kandidaten beispielhaft am meisten gehört haben, wobei sich die Gründe für einen Wechsel  im Laufe der Zeit im Zusammenhang mit gesellschaftlichen, sozialen und gesamtwirtschaftlichen Veränderungsprozessen gewandelt haben und wandeln:

  • neue berufliche Herausforderungen
  • Übernahme von mehr Verantwortung
  • die jetzige Firma bietet zu wenig Entwicklungsmöglichkeiten/Weiterbildungsangebote
  • Einkommensverbesserung
  • kürzere Entscheidungswege und agilere Arbeitsstrukturen
  • Unzufriedenheit mit dem momentanen Vorgesetzten
  • kürzerer Weg zur Arbeit
  • Suche nach einer neuen Stelle, weil ihm/ihr gekündigt wurde

Wie man sieht, fehlen in dieser Aufzählung Aussagen wie: kürzere Arbeitszeiten, weniger Überstunden, Unterstützung bei sportlichen Aktivitäten, Mitgliedschaft in einem Fitnessclub, Obstkorb usw. Viele Unternehmen sprechen heute darüber, was man alles anbieten muss, um im „War of Talents“ die Nase vorne zu haben und als attraktiver Arbeitgeber gesehen zu werden. Viele Argumente spielen im Verlauf des Bewerbungsprozesses und bei der Entscheidung eine Rolle – aber erst dann, wenn der grundsätzliche Bewerbungs- bzw. Veränderungsgrund befriedigt wurde.

(Bild: Mesago Messe Frankfurt GmbH)
(Bild: Mesago Messe Frankfurt GmbH)

Für das Recruiting bedeutet dies, dass es keine Standardaussagen bzw. -lösungen gibt. Die suchende Firma wird immer mehr gefordert, sich individuell auf die jeweilige Besetzungsaufgabe und die dafür infrage kommenden Bewerber-Zielgruppen und den einzelnen Kandidaten einzustellen. Das Anbieten einer Work-Life-Balance-Komplettlösung hilft nichts, wenn den potenziellen Mitarbeitern keine marktüblichen, der Leistung und Aufgabe entsprechenden Gehälter gezahlt werden,  das Unternehmen sich in einer wirtschaftlichen Krisensituation befindet oder den Mitarbeitern keine Perspektiven bietet. 

Es gilt, die wahren Beweggründe herauszufinden, um dann evtl. darauf Einfluss nehmen zu können. Dahinter verbergen sich intensive, zeitaufwändige Prozesse und Diskussionen, deren Ergebnisse trotzdem oft ungewiss sind, da die Entscheidungen und Überlegungen eines Kandidaten während des gesamten Zeitablaufs der Bewerbung den unterschiedlichsten Einflussfaktoren unterliegen, die man nie ganz erfassen kann und im Griff hat, wie z. B.: der/die Lebenspartner/in, der/die plötzlich nicht mehr umziehen will, die negative Aussage eines Bekannten über die Firma oder ein anderes Angebot. Das bedeutet z. B. auch, je länger Entscheidungsprozesse im Bewerbungsverlauf dauern, desto größer ist die Gefahr, dass der Kandidat nicht mehr zur Verfügung steht. Es bedeutet aber auch, dass man mit einem modernen und ganzheitlichen Recruiting-Prozess die Chancen erhöhen kann und im „War of Talents“ besser bestehen kann.

„Erfolgreiches Recruiting heißt heute auch, den Kandidaten über die ganze Zeitdauer des Entscheidungsprozesses eng zu begleiten, um Veränderungen in den Überlegungen von Kandidaten rechtzeitig zu erkennen und ggf. darauf zu reagieren.“

Udo Wirth, Geschäftsführer der beratungsgruppe wirth + partner

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