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Die Hauptschlagader der SMD-Fertigung
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Materialfluss

Die Hauptschlagader der SMD-Fertigung

Wenn der Bestücker das Herz einer SMD-Fertigung ist, dann ist das Material-Management die Hauptschlagader: Fehlen Bauteile an der SMD-Linie, kommt es zum Herzstillstand. Und der ist teuer. Deshalb gilt der Grundsatz: Keep feeding the line.

Die Hauptschlagader der SMD-Fertigung
Bild 1: Das Suchen nach Bauteilrollen hat ein Ende: Mit Pick-by-Light wird der Bediener angeleitet, die richtige Bauteilrolle zu entnehmen.

Doch was theoretisch ganz einfach klingt, hat in der Praxis viele Tücken: Nahezu jede SMD-Linie steht mehrere Stunden pro Woche still, da fehlende Bauteilrollen gesucht werden müssen (Bild 1).

Grund dafür sind meist kleine, nur allzu menschliche Fehler, die aber enorme Kosten verursachen: Verwechselt ein Mitarbeiter im Wareneingang beispielsweise eine „0“ (Null) mit einem „O“ (Buchstabe), dann wird eine Bauteilrolle falsch ins System eingebucht. In der Folge werden die falschen Bauteile für ein Produkt gerüstet. Am Bestücker oder am AOI kommt der Fehler vielleicht ans Licht, und die große Suche nach der richtigen Rolle beginnt.

Im Worst-Case-Szenario wird die Verwechslung jedoch erst durch den Kunden bemerkt: Eine Rückrufaktion läuft an, nur weil einem Mitarbeiter eine kleine Zahlenverwechslung am Anfang der Produktionskette unterlief. Man könnte von komplettem Organversagen sprechen.

Die Hauptschlagader der SMD-Fertigung
Bild 2: Der Wareneingangsscanner von MODI identifiziert die Herstelleretiketten und liest diese automatisch aus (Bild: SmartRep)

Ein anderes alltägliches Beispiel: Die benötigten Bauteile sind laut ERP-System zwar vorrätig, werden aber nicht gefunden, weil sie an einem falschen Lagerplatz einsortiert wurden. Je nach Lagergröße kostet die Suche Stunden oder die Bauteile müssen nachbestellt werden; es fallen zusätzliche Kosten für eine Bauteil-Expresslieferung an und die Produktion verzögert sich mindestens um einen Tag.

Dies sind nur zwei Beispiele, die jedem Elektronikfertiger vertraut vorkommen werden und es ist klar: Maschinenkommunikation und Prozessauswertung alleine reichen nicht für Industrie 4.0, wenn die Systeme nicht produzieren, weil es beim Materialfluss hakt.

Damit das SMD-Herz nicht aus dem Takt kommt, braucht es ein gut durchdachtes Konzept für das Material-Management. Es braucht intelligente Systeme, die Prozesse absichern und Transparenz in den Materialfluss bringen. Gerade im Zuge des Fachkräftemangels können dadurch wiederkehrende Aufgaben automatisiert und so zugleich Ressourcen eingespart werden.

Die Hauptschlagader der SMD-Fertigung
Bild 3: Mit einem Roboterarm kann sogar der Prozess des Wareneingangs voll automatisiert werden. (Bild: MODI)

Denn die beschriebenen Fehler sind mit einem Materialflusskonzept von SmartRep leicht zu eliminieren: Ein Wareneingangsscanner (Bild 2) identifiziert die Herstelleretiketten und liest diese automatisch aus – damit gehören Zahlendreher der Vergangenheit an. Und durch intelligente Lagersysteme können Bauteilrollen nicht mehr falsch eingelagert werden. Sensoren erkennen automatisch, wo eine Rolle platziert wurde, und buchen die zugehörige Position ins ERP-System. Zugleich ergeben sich weitere Optimierungen, was Platzbedarf, Kommissionier- und Rüstzeiten und Themen wie Traceability betrifft (Bild 3). Dadurch amortisieren sich Investitionen in den Materialfluss nicht nur binnen kurzer Zeit, sondern schaffen die benötigte Sicherheit. Mit dem richtigen Konzept und System wird also vermieden, dass ein SMD-Herz stolpert.

Der Materialfluss ist ein unterschätztes Thema in der SMD-Fertigung: Eine Investition ins Material-Management amortisiert sich nicht nur binnen kurzer Zeit, sondern schafft Planungssicherheit, eliminiert Risiken und spart Produktionspausen.

Dr. Julia Traut, Leitung Marketing und Kommunikation

Weitereführende Links

Sehen Sie hier den optimalen Wareneingang in der Elektronikfertigung:

https://www.youtube.com/watch?v=XJ8ov3bjgkI

 

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