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Elektronische Bauelemente: Erster Klasse in die Zukunft
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Elektronische Bauelemente

Erster Klasse in die Zukunft

Wie soll sich ein Elektronik-Unternehmen angesichts des technischen Fortschritts, Megatrends und Marktentwicklungen zukünftig positionieren, um den „richtigen Zug“ zu erreichen? Die 4. „Technologie-Roadmap“ des ZVEI gibt umfassende Antworten.

Im Zeitalter von „X-4.0“ und dem „Internet der Dinge“ ist es schwierig, Meilensteine der Technologie chronologisch aufzuzeigen. Viele Entwicklungen scheinen regelrecht an einem „vorbeizufliegen“ oder irgendwann sind sie einfach da, ohne vorherige Anzeichen einer Entstehung oder einer evolutionären Vorgeschichte. Gerade in der Elektronikbranche kann man diesen Eindruck schnell gewinnen. Klar ist jedoch, dass man sich dem Fortschritt und allem, was damit verbunden ist, nicht verschließen kann. Das gilt insbesondere für einen Industriezweig, der sowohl Antreiber als auch Nutznießer dieser Entwicklung ist. Aus Unternehmenssicht ist es betriebswirtschaftlich betrachtet mehr als empfehlenswert, bei Neuerungen rechtzeitig auf den richtigen Zug aufzuspringen, um damit den zukünftigen Erfolg zu sichern.

„Nur wer technologische Entwicklungen frühzeitig erkennt und aufgreift, kann einen größeren Nutzen aus ihnen generieren und im internationalen Wettbewerb Vorteile daraus ziehen.“

Dr. Andreas Lock, Vorsitzender des ZVEI-Arbeitskreises Technologieplattform

Genau hier setzt die „Roadmap“ an – Schlagworte wie „Früherkennung“, „Megatrends“ und „Technologietrends“ bezeichnen die Rahmenbedingungen, die erkannt und begriffen sein müssen, um den „Zug“ nicht zu verpassen, sondern idealerweise „Erster Klasse“ zu reisen. Nachhaltigkeit ist dabei heute nicht nur gefordert, sondern ein existenzielles Muss. Denn was hilft die beste Technologie, wenn ihr morgen schon die Ressourcen ausgehen oder wenn der demografische Wandel sie nicht zur entsprechenden Akzeptanz reifen lässt? Das führt in diesem Zusammenhang zu einer volkswirtschaftlichen Betrachtungsweise, in der unweigerlich Themen wie „Urbanisierung“, „Energie & Klima“, aber auch das einer Volkswirtschaft eigene Streben nach Gleichgewicht in verschiedener Hinsicht im Vordergrund stehen.

Verlässt man die Makrobetrachtung, die für das einzelne Unternehmen u.U. etwas diffus ist, bietet die „Technologie-Roadmap“ wichtige und konkrete Anhaltspunkte zur Früherkennung unternehmerischer Chancen und Risiken unter Einbindung neuer Geschäftsfelder und Märkte. Hierfür benötigt man nicht nur das richtige Fingerspitzengefühl, sondern vor allem Werkzeuge, mit denen sich auf Basis von Fakten Trends herausarbeiten, Handlungsoptionen aufzeigen und Prioritäten definieren lassen. Ausgehend vom „Stand der Technik“ können Prognosen über Art, Geschwindigkeit und Richtung möglicher Technologieentwicklungen getätigt und somit die Grundlagen für die richtigen Entscheidungen gelegt werden.

Dass sich der ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. – diesem Thema so ausführlich widmet, liegt daran, dass elektronische Bauelemente und Baugruppen einen großen und wesentlichen Beitrag zum technischen Fortschritt leisten werden. Es gibt nur noch wenige technische Produkte, die nicht durch Elektronik gesteuert werden, wenn sie nicht ohnehin schon komplett in die „Connected World eingebettet“ sind. Die Verbindung zwischen Makro- und Mikrowelt trägt hier entscheidend zur Komfortverbesserung unseres täglichen Lebens bei. Eine immer wichtigere Rolle spielt hier auch Software, die als neues Hauptthema in die Roadmap aufgenommen wurde.

Die Autoren der beiden Fachverbände „Electronic Components und Systems“ sowie „PCB und Electronic Systems“ tragen in dieser Ausgabe mit ihren Beiträgen aber auch weiteren Herausforderungen Rechnung. So werden systematisch die Betrachtungen der Märkte und die damit verbundenen Faktoren auch mit nicht-technologischen, aber nicht minder wichtigen Themen verbunden. Politische Wegbereitung, zum Beispiel durch die Gewährung von Fördergeldern, aber auch Trends wie die „Urbanisierung“, gepaart mit einer sich verändernden „demografischen Entwicklung“, werden ebenso dargestellt wie auch die Notwendigkeit eines angepassten Bildungssystems, um die zukünftigen Fachkräfte bestmöglich auf die „Welt von morgen“ vorzubereiten.

„Die Wirtschaft muss die Chancen der Digitalisierung ergreifen.“

Bernd Enser, Vorsitzender der Technischen Kommission der ZVEI-Fachverbände Electronic Components and Systems und PCB and Electronic Systems

Die Roadmap beginnt bei den Megatrends Globalisierung, demografischer Wandel, Nachhaltigkeit und Digitalisierung mit zugeordneten Subtrends. Dies ist aber nur eine Betrachtungsebene, denn ganzheitlich gesehen kommen noch Themen wie Software, Materialtrends oder auch wichtige Fertigungsaspekte dazu.

Die zweite Betrachtungsebene widmet sich den Vorgaben, Richtlinien und Gesetzen aus unterschiedlichen Bereichen oder Interessensgruppen, welche mitunter einen erheblichen Einfluss vor allem auch auf die Zukunftsfähigkeit von Technologie und Produkten nehmen können.

Die dritte Dimension ist der Markt. Hier werden Anforderungen und Trends erläutert und auch die direkten Beziehungen, z.B. auf Produktlebenszyklus oder Applikationsfelder, dargelegt. Die Besonderheit liegt hier vor allem im Ansatz der Ganzheitlichkeit, begonnen vom Produktentstehungsprozess über die Industrialisierung bis hin zum Phase-Out. Zuletzt wurde noch eine gedankliche Brücke dahin geschlagen, wer all das in Zukunft überhaupt machen soll. Dieser Aspekt wurde dadurch berücksichtigt, dass man sich Gedanken zur Forschung, Bildung bzw. zu den Investitionen in die Köpfe der Zukunft macht.

Die technologischen Ausblicke und Einschätzungen beruhen dabei im Wesentlichen auf dem Expertenwissen der im Arbeitskreis und ZVEI aktiven Unternehmen – mit der Unterstützung durch einzelne externe Experten. Sie richten sich gleichermaßen an Nicht-Experten, wie Programmplaner, Entscheider etc., wie auch an Experten. Mit Rücksicht auf die Nicht-Experten sind die Beiträge nicht rein fachspezifisch, erfüllen aber den Anspruch einer gewissen fachliche Tiefe.

(Bild: ZVEI e.V.)

Weiterführende Links

Das Kompendium ist nun auch online unter folgendem Link abrufbar:
Technologie-Roadmap "Next Generation"

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